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Laser-Spezialist vertraut auf optischen Richtfunk

Mit Lichtgeschwindigkeit über die Bundesstraße

Die Zentrale der Carl Baasel Lasertechnik GmbH & Co.KG in Starnberg suchte nach einer effizienten Lösung, um mit den etwa 300 Meter entfernten Abteilungen „Sondermaschinenbau“ und „Serie“ zu kommunizieren. Da eine Bundes- und eine Landesstraße im Weg sind, entschied man sich für eine Kommunikation durch die Luft.

Von Klaus Eppele

Materialbearbeitung per LASERDie Carl Baasel Lasertechnik GmbH & Co.KG...                                                                                  

...entwickelt und fertigt seit 1975 Laser und Lasersysteme für die Materialbearbeitung. In den Kernbereichen Beschriften, Schneiden, Schweißen, Mikrostrukturieren und Perforieren zählt die Carl Baasel Lasertechnik GmbH & Co.KG weltweit zu den führenden Herstellern. Baasel Lasertech ist Teil der Rofin Gruppe und federführend verantwortlich für den strategischen Bereich LASER MICRO. Rofin hat sich mit über 14.000 installierten Systemen weltweit zu einem der führenden Hersteller von Lasern und laserbasierten Systemlösungen für die industrielle Materialbearbeitung entwickelt. Das Unternehmen hat mehr als 1.100 Mitarbeiter in Produktionsstandorten in den USA, Deutschland, Großbritannien, Japan und Singapur sowie in zahlreichen Vertriebs- und Serviceniederlassungen. Siehe auch: www.rofin.com.

Nicht weit entfernt vom schönen Starnberger See hat die Firma Carl Baasel Lasertechnik GmbH & Co.KG ihre Firmenzentrale. Hier sind etwa 230 Mitarbeiter damit beschäftigt, hochwertige Lasersysteme für die Materialbearbeitung herzustellen. Die Firma ist in den letzten Jahren so stark gewachsen, dass bestimmte Abteilungen und Tochterfirmen ausgelagert werden mussten. So wurde beispielsweise die Abteilung „Sondermaschinenbau“ in einem etwa 300 Meter entfernten Gebäude untergebracht. Herr Matthias Setz, bei Baasel zuständig für die Netzwerktechnik und –administration, hatte die Aufgabe, die ausgelagerten Drucker und PCs in das zentrale Netzwerk zu integrieren.

„Es war schnell klar, dass wir zur Anbindung der Außenstelle eine Funkstrecke installieren werden“, erklärt Herr Setz. „Denn das Verlegen einer Glasfaserverbindung wäre zu teuer und zu zeitaufwendig gewesen. Der Grund dafür ist, dass zwischen den beiden Gebäuden sowohl eine Landes- als auch eine Bundesstraße verlaufen. Die Genehmigungsverfahren für eine Kabeltrasse unter den Straßen hindurch wären zu schwierig und zu langwierig gewesen. Voranfragen beim Land Bayern und beim Bund sind gleich im ersten Schritt gescheitert. Für ein Genehmigungsverfahren hätten wir mindestens sechs Monate Wartezeit in Kauf nehmen müssen.“

Baasel-Gebäude 

 

 

Die Carl Baasel Lasertechnik GmbH & Co.KG nutzt ein optisches Richtfunksystem zur Anbindung einer 300 Meter entfernten Außenstelle (Bild: improve).

 

So lange wollten die Starnberger nicht warten. Da eine Sichtverbindung und damit eine wesentliche Voraussetzung für eine optische Verbindung zwischen den beiden Gebäuden gegeben war, machte sich  Matthias Setz sofort daran, verschiedene Angebote einzuholen. „Wir haben uns drei Alternativen angesehen und uns dann für ein optisches Freiraum-Übertragungssystem der Firma GoC GmbH aus Dreieich entschieden. Die drei Angebote haben sich zwar preislich kaum unterschieden, aber die GoC hat am schnellsten reagiert und uns am professionellsten beraten.“ Ein Pluspunkt für GoC war sicher auch, dass Baasel Lasertech bereits gute Erfahrungen mit GoC gesammelt hatte. Der Geschäftsführer der GoC, Herr Ron Behr, hatte bereits vor Jahren eine Funkverbindung zu einem kleinen Profitcenter mit zehn PCs auf der gegenüberliegenden Straßenseite realisiert. Diese Verbindung war fünf Jahre lang problemlos gelaufen und „GoC war auch bereit, die Systeme, die inzwischen nicht mehr benötigt wurden, in Zahlung zu nehmen.“

Mit 100 Mbit/s durch die Luft

„Dieses pragmatische und unkomplizierte Vorgehen hat unser Vertrauen in GoC noch weiter gestärkt“, verrät Matthias Setz. „GoC wollte uns nicht eine möglichst teure, sondern die für uns passende Lösung verkaufen. Herr Behr ermutigte uns, das preiswertere MonoLink-Einstrahlsystem mit minimaler  Sendeleistung einzusetzen. Er sicherte uns zu, dass stärkere Sendemodule bei Bedarf jederzeit nachgerüstet werden können. GoC war außerdem der einzige Hersteller, der Investitionsschutz bot. Denn GoC hat uns schriftlich garantiert, die Systeme zurückzukaufen, falls wir sie einmal nicht mehr benötigen sollten.“

Die MonoLink-Systeme sind nun seit zwei Jahren im Betrieb, um die beiden Standorte mit einer Übertragungsrate von 100 Mbit/s vollduplex zu verbinden. Die Installation der Außenantennen hat Matthias Setz selbst durchgeführt. Dies war nicht schwierig, da die Geräte von GoC entsprechende Vorrichtungen aufweisen, um schnell und einfach aufeinander ausgerichtet zu werden. Durch den Einsatz spezieller VCSEL-Dioden, welche die Vorteile von LEDs mit der Strahlungsleistung und der Geschwindigkeit von Lasern verbinden, sind die Systeme in die unbedenkliche Laserklasse 1M eingruppiert. Somit durfte Herr Setz die MonoLinks ohne Beauftragung eines Laserschutzbeauftragten und ohne Anmeldung der Lasertechnik bei der Berufsgenossenschaft in Betrieb nehmen.

Herr Setz justiertMatthias Setz demonstriert, dass die optischen Richtfunkeinheiten auch ohne fachmännische Hilfe selbst justiert und gewartet werden können. Die Grobausrichtung der Geräte erfolgt mit einem integrierten Zielfernrohr. Ein 1000 Hz-Signal erlaubt die einfache akustische Ausrichtung mit einem Kopfhörer auch an schwer zugänglichen Montageorten. Feingewindeschrauben und eine integrierte 10-stufige Balkenanzeige ermöglichen eine einfache Nachjustage und Wartung der Geräte (Bild: improve).

Die optischen Freiraum-Übertragungssysteme der Firma GoC arbeiten generell wartungsfrei. Eine außentemperaturgesteuerte, beheizbare Frontscheibe sorgt dafür, dass die Optik immer einwandfrei funktioniert. „Trotzdem muss ich etwa alle sechs Monate zum Nachjustieren auf das Dach“, schmunzelt Herr Setz. „Das liegt daran, dass das MonoLink an einem Außenbalken unseres komplett aus Holz erstellten Bürogebäudes angebracht ist. Da das Holz witterungsbedingt arbeitet wird die Außeneinheit mit der Zeit aus der optimalen Senderichtung gedreht. Dazu kommt, dass das Fundament unseres Gebäudes immer ein wenig in Bewegung ist, weil wir hier auf den Ausläufern des Starnberger Sees stehen.“

Holzgebäude 

 

Eines der MonoLink-Systeme ist auf der Zentrale der Carl Baasel Lasertechnik GmbH & Co.KG installiert, die komplett aus Holz erstellt wurde. Da das Holz arbeitet muss die Funkstrecke zweimal pro Jahr nachjustiert werden (Bild: improve).

 

Glücklicherweise wird Matthias Setz rechtzeitig vor einer notwendigen Nachjustierung informiert, so dass er sich bis jetzt immer einen sonnigen Tag für seinen Ausflug auf das Dach aussuchen konnte. Jedes GoC-System verfügt nämlich serienmäßig über ein optisches Management Interface (OMI) zur permanenten Überwachung der Strahlungsköpfe. OMI sorgt dafür, dass Herr Setz sich auf seinem PC ständig über die Qualität der optischen Verbindung informieren kann. Beispielsweise erkennt er über eine integrierte Balkenanzeige wie gut die beiden MonoLinks gerade aufeinander kalibriert sind. Optional lassen sich die GoC-Systeme auch über einen GoC-Proxy-Agenten in eine SNMP-Umgebung einbinden.

Starker Nebel führt zu Unterbrechungen

Durch die Logdatei seines optischen Management Interface (OMI) hat Matthias Setz dann auch bemerkt, dass die Übertragungsstrecke in manchen nebligen Nächten im Herbst zum Teil über Stunden ausgefallen war. Für Herrn Setz und seine Kollegen ist das nicht weiter schlimm, da nachts nicht gearbeitet wird. „Im letzten Jahr kam es auch an zwei bis drei Tagen während der Betriebszeiten zu kurzen Unterbrechungen von wenigen Minuten. Wir haben hier am Starnberger See manchmal so dichten Nebel, dass man die Hand vor den Augen nicht sieht. Das macht auch unserer optischen Verbindung zu schaffen. Da wir aber keine zeitkritischen Anwendungen fahren und sich die Ausfallzeiten in Grenzen halten, haben wir noch nicht in stärkere Sendemodule investiert.“

Matthias Setz ist mit der Entscheidung, optische Freiraum-Übertragungssysteme von GoC einzusetzen rundum zufrieden. „Die Investition von knapp 50.000 DM hat sich durchaus gelohnt. Bis auf die Ausfälle bei starkem Nebel läuft die Anlage so zuverlässig, dass wir vollkommen auf Redundanzsysteme und Wartungsverträge verzichten konnten. Wir wissen, dass uns GoC im Fehlerfall umgehend mit fachmännischem Know-how und Ersatzgeräten zur Verfügung stehen würde.“ Zur Zufriedenheit trägt auch bei, dass gemäß des Telekommunikationsgesetzes (TKG) vom 17.12.1997 für das Betreiben von Richtfunkanlagen des nichtöffentlichen Festfunks im optischen Frequenzbereich keine laufenden Gebühren zu entrichten sind und dass kein aufwendiges Genehmigungsverfahren zu durchlaufen war. Die Funkstrecken waren lediglich anzeigepflichtig, da sie grundstücksüberschreitend betrieben werden. Auch freut sich Herr Setz, dass er über seine drahtlose optische Verbindung neben den Daten auch Sprache übertragen kann. Dieser Vorteil wird zwar momentan noch nicht genutzt, man will sich aber die Möglichkeit auf jeden Fall für die Zukunft offen halten. Eine weitere Stärke des optischen Richtfunks sieht er in der Abhörsicherheit. Durch die Bündelung des Lichtstrahls auf zirka 3-6 mrad ist es praktisch unmöglich, eine Verbindung abzuhören, ohne den Strahlengang zu unterbrechen. Da die Wellenlänge des Signals im für das menschliche Auge unsichtbaren Infrarotbereich liegt, ist es außerdem äußerst schwierig, den Strahl überhaupt zu orten.

Herr Setz zeigt Gegenstelle 

 

Vom Dach der Baasel Lasertech zeigt uns Matthias Setz, dass zum 300 Meter entfernten Standort „Sondermaschinenbau“ Sichtverbindung besteht. Die zwei Standorte sind über optische Freiraum-Übertragungssysteme der Firma GoC miteinander verbunden (Bild: improve).

 

Die nächsten Schritte

Derzeit prüfen die Laser-Experten aus Starnberg, ob in Kürze eine weitere Funkverbindung installiert werden soll. Denn die Baasel-Tochter PMB-Electronics wurde erweitert und in einem anderen Gebäude untergebracht. PMB-Electronics benötigt nun eine Datenanbindung zur Baasel-Zentrale und zu dem Gebäude, in dem auch die Abteilungen „Sondermaschinenbau“ und „Serie“ angesiedelt sind. Allerdings besteht keine Sichtverbindung. Matthias Setz ist nun dabei, die preislich und technisch optimale Lösung für diese Kommunikationsanforderung zu finden. Entweder wird sich PMB-Electronics über eine LWL-Strecke

MultiLink lightAIROptischer Richtfunk der 4. Generation

Die Firma GoC Gesellschaft für optische Communication mbH aus Dreieich ist einer der weltweit wichtigsten Anbieter von Systemen zur optischen Freiraumübertragung. Basierend auf den Erfahrungen aus über 500 Installationen wurde jüngst die neue GoC-MultiLink-AIR-Systemfamilie vorgestellt. Diese zielt auf den Einsatz in einem breiten Massenmarkt. Aufgrund des modularen Aufbaus können fast alle bekannten Schnittstellen nach Kundenwunsch integriert werden. Neben den transparenten optischen Schnittstellen zur Übertragung von Fast-Ethernet, ATM und Gigabit-Ethernet sind auch elektrische Schnittstellen verfügbar. Es existieren vier Systemtypen: Das GoC-MultiLink lightAIR ermöglicht die transparente Übertragung von Ethernet, Fast-Ethernet und ATM, das GoC-MultiLink voiceAIR gestattet die Übertragung von zwei E1-Signalen und kann auf bis zu acht E1-Kanäle erweitert werden, das GoC-MultiLink fastAIR wurde speziell für mittelständische Unternehmen mit Fast-Ethernet-Umgebungen entwickelt und das GoC-MultiLink varioAIR vereint alle Möglichkeiten der gemeinsamen Sprach- /Datenübertragung. Weitere Informationen zum Thema Richtfunk findet man unter www.goc.de.

an die Baasel-Zentrale anbinden und die bestehende Funkstrecke zum „Sondermaschinenb au“ mitbenutzen oder es wird eine eigene Mikrowellen-Funkve rbindung mit einem Umlenkspiegel auf dem Dach der Zentrale installiert. „Auch für diese Anforderung werden wir wieder eine passende Lösung finden“, versichert Matthias Setz. „Schließlich waren die Experten von GoC schon mit der nötigen Test- und Mess-Ausrüstung vor Ort, um uns fachmännisch zu beraten.“

 

 

Autor

Der Autor Dipl. Inform. Klaus Eppele ist Inhaber der Firma improve marketing-training-consulting, Karlsruhe, www.improve-mtc.de.

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Dieser Beitrag erschien in der CIH 12/01, Seiten 12 - 14