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Computertechnologie, Mobilfunk und Internet wachsen zusammen Die Netzwerk-Trends der CeBIT 2005 In den Netzwerk- und Kommunikationshallen des Centrums für Büro-
und Informationstechnik (CeBIT) spielten in diesem Jahr zwei Trends die Hauptrolle: mobile Lösungen und die Konvergenz aller Netzwerke auf die IP-Technologie. Die Hersteller von Netzwerksystemen hatten nicht mehr nur
die großen Anwender im Visier, sondern boten eine Vielzahl maßgeschneiderte Produkte für KMUs (kleine und mittlere Unternehmen) und Privatanwender.Von Klaus Eppele Eines der zentralen Themen war auch in diesem Jahr die IP-Telefonie. Während Voice over IP (VoIP) in den Vorjahren hauptsächlich unter den Gesichtspunkten der
Sprachqualität und der Verfügbarkeit diskutiert wurde, standen in diesem Jahr die Aspekte Sicherheit und Integration im Vordergrund. So stellte der Berliner Kommunikationsspezialist AVM auf der CeBIT 2005
erstmals zwei neue Modelle der FRITZ!Box Fon mit Anschluss für ISDN-Endgeräte vor. Die neue FRITZ!Box Fon und die FRITZ!Box Fon WLAN kombinieren DSL-Internettelefonie (VoIP) mit einem internen ISDN S0-Anschluss, sodass
vorhandene ISDN-Telefone und ISDN-TK-Anlagen nun auch für Voice over IP am DSL-Anschluss verwendbar sind. Damit stehen ISDN-Leistungsmerkmalen wie Makeln, Anklopfen oder Dreierkonferenz erstmals auch bei
Internetgesprächen zur Verfügung. Durch die vollständig digitale Sprachübertragung via ISDN-Telefon und Internet entfällt die bei analogen Telefonen qualitätsbeeinflussende Signalumwandlung. Zusätzlich zu ISDN-Telefonen
lassen sich drei analoge Endgeräte an den neuen AVM-Produkten einsetzen. Computer erhalten DSL-Zugang über USB, zwei Ethernet-Schnittstellen und Wireless LAN.
Bild: Das AVM-System FRITZ!Box Fon WLAN 7050 sorgt für ISDN-Komfort bei VoIP-Verbindungen Ganz im Zeichen der Sprach-Daten-Konvergenz stand auch der Messeauftritt der Funkwerk
Enterprise Communications GmbH, der Vereinigung der Unternehmen Artem, Bintec und Elmeg. Funkwerk zeigte Lösungen zu VoIP im LAN, Voice over VPN (Virtual Private
Network), Filialvernetzung sowie Telefonie über SIP-Provider (SIP = Session Initiation Protocol). So wurde der Funktionsumfang der TK-Anlage elmeg ICT um ein skalierbares Gateway-Modul erweitert, das sowohl Voice over IP als auch VPN Funktionalität bereitstellt.
Unternehmen sind nun in der Lage, bestehende Datenleitungen auch für die Übertragung von Sprache zu nutzen. Außerdem wurde das IP-Standard-Telefon elmeg IP-290 präsentiert und
die neue kompakte TK-Anlage elmeg T444 als Nachfolger der D@VOS-Linie vorgestellt, die ebenfalls Voice over IP unterstützt und den Einsatz auch an kleineren Standorten, beispielsweise in Filialen, ermöglicht.Einen Schwerpunkt auf Voice over WLAN setzte Siemens Communications. Am Beispiel eines virtuellen Logistik-Centers zeigte der Hersteller das Zusammenspiel von VoIP mit
verschiedenen WLAN-Komponenten. Mit der Hipath-WLAN Architektur der zweiten Generation ist ein Roaming möglich. Das bedeutet, dass ein Gesprächsteilnehmer sich frei
zwischen den Funkzellen bewegen kann, während er über WLAN telefoniert, ohne dass die Verbindung abbricht. VoIP – aber sicher!
Mehr Sicherheit bei der Internettelefonie war das Motto bei der Snom Technology AG. Snom stellte das SIP-Telefon snom 360 vor. Um Ärger mit ungewollten Übergriffen auf Sprachdaten
zu vermeiden, unterstützt das snom 360 die Sicherheitstandards SRTP (Secure Real Time Protocol) und SIPS (Session Inition Protocol Secure) und entspricht damit den aktuellen
Vorgaben der Internet Engineering Task Force (IETF) für den Schutz gegen Lauschangriffe und Datendiebstahl.
Bild: Ein Maximum an Sicherheit und Datenschutz bietet das VoIP/SIP-Telefon snom 360
Die CeBIT bot auch viele Produkte für die IP-Telefonie ohne Computer. Beispielsweise demonstrierte die BATM-Tochter Telco Systems den Voice-over-IP-Adapter Access 211. Das
Gerät bietet zwei analoge Anschlüsse für Telefon oder Faxgerät, zwei 10/100 BaseTX-Ethernet-Ports, sowie einen integrierten Router. Es unterstützt Standards wie „Priority for voice“ ( Institute of Electrical & Electronic Engineering IEEE 802.1p) oder „TOS
Marking and Traffic Shaping”, was eine gute Sprachqualität gewährleisten soll. Außerdem leitet ein so genannter „Lifeline Pots Service“ (Pots = plain old telephony service) Gespräche
automatisch ins analoge Festnetz weiter, wenn die IP-Verbindung gestört sein sollte.
Bild: IP-Telefonie ohne Computer bieten Adapter wie der Telco Access 211
Auch schon längst totgeglaubte Dienste rückten Dank VoIP wieder in den Vordergrund. Auf der diesjährigen CeBIT präsentierte Arcor einen speziellen Software-Client sowie
verschiedene Endgeräte (IP-Telefone mit Videokamera und Farbdisplay), um mit dem VoIP-Dienst Arcor@Call Videotelefonie hoffähig zu machen. Laut Arcor lassen sich
Videokonferenzen nun über das IP-VPN einfacher und günstiger realisieren als bisher. Statt speziellen und teuren Videoterminals liefern heute bereits günstige USB-Kameras eine
ausgezeichnete Bildqualität bei der Übertragung. Zudem verlangt das Einrichten einer Videokonferenz über das Firmen-VPN keine Spezialkenntnisse und ist ad hoc möglich, was
sich auch bei der standortübergreifenden Zusammenarbeit von virtuellen globalen Teams bezahlt macht und kostspielige Server-Lösungen beim Kunden obsolet macht.
Bild: Arcor startete auf der CeBIT mit Arcor@Call - einem VoIP-Zusatzdienst für Videotelefonie Abgerundet wurde das riesige Angebot zum Thema Internet-Telefonie durch entsprechende
Diensteanbieter. So zeigte der Telekommunikationsprovider BT, wie Unternehmen ihre Netzwerkinfrastrukturen optimal einsetzen und für IP-Telefonie und die Integration neuer
IP-basierter Services vorbereiten können. BT will dabei helfen, das ideale VoIP-Migrationsszenario zu finden. Im Rahmen eines LAN-Assessments wollen die
BT-Experten feststellen, ob ein vorhandenes Netzwerk „VoIP-ready“ ist oder welche Schritte dazu noch notwendig sind. Auf Wunsch übernimmt BT das Management von LAN, WAN und
IP-Telefonie-Lösung aus einer Hand, sodass der Kunde einen einzigen Ansprechpartner für die gesamte Kommunikationsinfrastruktur hat. … bis die Funken fliegen
Auch die schnurlose Vernetzung per Wireless LAN ging mit der CeBIT 2005 in die nächste Runde. Beherrscht wurde das Thema durch neue Technologietrends und eine Vielzahl von
Produkten, die in Sachen Reichweite, Datendurchsatz, Quality of Service und Preis konkurrierten. Aufgefallen ist beispielsweise der Belkin Wireless Pre-N Router, der laut Hersteller gegenüber
dem bekannten IEEE 802.11g-Standard eine sechsfach höhere Übertragungsrate und eine achtmal größere Reichweite bieten soll. Die Pre-N-Technologie soll dem nächsten, noch nicht
ratifizierten Netzwerk-Standard IEEE 802.11n zuvorkommen, der später einmal Datenübertragungsraten weit jenseits der Marke von 100 MBit/s erlauben soll. Der
Belkin-Router nutzt mehrere Antennen, um die Wireless-Signale zu senden und zu empfangen. Diese so genannte True-Mimo-Technologie (Multiple Input Multiple Output) soll
eine Lösung bieten, um die drei großen Herausforderungen „Reichweite, Übertragungsgeschwindigkeit und Interferenzen“ der WLAN-Technologie in den Griff zu bekommen.
Bild: Die Mimo-Technologie des Belkin Wireless Pre-N Router nutzt mehrere Antennen zur Verbesserung der Sende- und Empfangsqualität
Aber auch Netgear setzt mit dem WLAN-Router WPN824 auf höhere Performance. Die neuen Technologien RangeMax und AutoCell sollen eine deutliche Steigerung des Durchsatzes in
Heim- und Unternehmensnetzen bringen. Ebenso hat AVM dem DSL-Router FRITZ!Box WAN eine Frischzellenkur verpasst und die WLAN-Funktionen aufgepeppt. Die Box unterstützt nun
den Quasi-Standard IEEE 802.11g++ (Turbomodus), der theoretisch eine Bandbreite von 125 Mbit/s ermöglicht, die Nutzdatenrate von IEEE 802.11g aber tatsächlich nur um etwa 35
Pozent auf 31 Mbit/s erhöht. Was die Sicherheit im drahtlosen Netzwerk angeht, ist die Box ebenfalls auf dem neuesten Stand, da sie den Standard IEEE 802.11i (Wi-Fi Protected Access, WPA II) unterstützt.
Bild: Netgear setzt mit dem WLAN-Router WPN824 auf höhere Performance und schickes Design Das WLAN zum Mitnehmen als 100-Gramm-Gerät für nur 99 Euro fanden wir auf dem
Funkwerk-Messestand. Der portable Access-Point Artem W100 wiegt 100 Gramm, misst 92 mal 71 Millimeter und ist geeignet, um unterwegs unkompliziert einen Hotspot einzurichten.
Der W100 besitzt einen Ethernet- und einen USB-Anschluss, unterstützt IEEE 802.1g mit einer Übertragungsrate bis zu 54 Mbit/s, Verschlüsselung nach WEP (Wired Equivalent
Privacy) und WPA mit 64 bzw. 128 Bit Verschlüsselung.
Bild: Das WLAN zum Mitnehmen. Der W100 von Funkwerk wiegt nur 100 Gramm
Damit ein WLAN auch zur Zufriedenheit aller funktioniert, stellte der US-amerikanische Netzwerkhersteller Trendware ein neues, nützliches WLAN Scanner Tool vor, welches
Privatanwendern, wie auch Administratoren ermöglicht, auf einfache Weise Störquellen im WLAN, umliegende Hot Spots und auch Signalstärken zu finden. Der neue Trendnet TEW-T1
2,4GHz Wifi Detektor sucht und überprüft die erreichbaren WLAN-Hotspots, ohne dabei ein Notebook oder PC zu benötigen.
Bild: Der TEW-T1 Detektor von Trendware findet Störquellen im WLAN
WLAN und UMTS wachsen zusammen WLAN-Hotspots sprießen wie Pilze aus dem Boden. Sogar in den ICEs der Deutschen Bahn
soll es noch in diesem Jahr im Pilotversuch die ersten drahtlosen Internetzugänge geben. Dies sieht die Kooperation „Railnet“ vor, die die Deutsche Bahn mit T-Mobile auf der CeBIT
besiegelt hat. Bis zum Sommer 2005 will der Netzbetreiber darüber hinaus 20 Bahnhöfe mit WLAN Hotspots ausrüsten. Nichts desto trotz ist der mobile Anwender nach wie vor auf den Mobilfunk angewiesen, wenn
er unterwegs Internetdienste nutzen will. Für diese Anwender präsentierte Vodafone ihr aktuelles Spektrum an UMTS-Produkten und –Diensten. Als Highlight stellte der
Mobilfunkanbieter den ersten Prototyp einer HSDPA-Datenkarte vor, die Übertragungsraten von bis zu zwei Megabit pro Sekunde ermöglich und in speziellen Mikrozellen, wie
beispielsweise in Messehallen, theoretisch eine maximale Datenrate von bis zu 14,4 Mbit/s erreicht. Die neue Technik soll netzseitig voraussichtlich erstmals Anfang 2006 zur Verfügung
stehen, nachdem die erforderlichen Endgeräte zur Serienreife gebracht worden sind. Für alle, die zu Hause oder in der Firma auf Funktechniken verzichten möchten und ihre
Rechner trotzdem schnell und einfach miteinander verbinden wollen, könnten die neuen MicroLink dLAN Highspeed Ethernet Adapter eine Lösung sein, die die Aachener
Technologieschmiede Devolo auf der CeBIT zeigte. Die neue Highspeed-Lösung erhöht die Datentransferrate über das hausinterne Stromnetz von bisher 14 Mbit/s auf satte 85 Mbit/s.
Lag das Anwendungsgebiet der bisherigen HomePlug-Adapter noch auf dem Fokus der Internetverlängerung, so eröffnen sich mit dem erhöhten Datendurchsatz völlig neue
Möglichkeiten: Der neue Highspeed-Standard sorgt dafür, dass auch größere Dateien über das Stromnetz getauscht werden können, ohne lange Wartezeiten in Anspruch nehmen zu
müssen. Selbst Videos in DVD-Qualität können Filmfans nun durch die hausinternen Stromleitungen schicken.
Bild: Devolo ermöglicht die Datenübertragung über das Stromnetz mit einer Übertragungsrate von 85 Mbit/s Autor
Der Autor Dipl. Inform. Klaus Eppele ist Inhaber der Firma improve marketing-training-consulting, Karlsruhe,
www.improve-mtc.de. improve marketing-training-consulting Dipl. Inform. Klaus Eppele Heinrich-Weitz-Str. 31
76228 Karlsruhe Tel: 07 21 / 94 74 621 Fax: 07 21 / 94 74 622 eMail: eppele@improve-mtc.de
URL:
http://www.improve-mtc.de Bücher zum Thema CeBIT
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