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High-Speed-Networking

Können die IP-orientierten Policy-Mechanismen von Ethernet die Quality-of-Service-Eigenschaften von ATM qualitativ ersetzen und so ATM im Backbone ablösen?

Kernaussage

Ethernet kann die QoS-Eigenschaften von ATM qualitativ nicht ersetzen, aber ist das für das Gros der Anwender überhaupt notwendig?

Statement

Sprach- und Multimedia-Anwendungen für das LAN basieren üblicherweise auf dem IP-Protokoll. Deshalb müssen unsere Netztechniken IP-Pakete optimal übertragen können. Da IP nicht für multimediale Anwendungen konzipiert wurde, sind zusätzliche Mechanismen erforderlich.

Das verbindungsortientierte ATM mit seinen diversen Adaptionsschichten bietet die Voraussetzungen, um Multimedia-Anwendungen die gewünschten Quality of Services zu garantieren. Allerdings gibt es kaum Applikationen die Native-ATM verwenden, so daß ATM diesen Vorteil nur selten ausspielen kann. Vielmehr wird ATM ausgebremst, da es nur mittels LAN-Emulation, IP-over-ATM und MPOA IP-basierte Multimedia-Anwendungen bedienen kann und somit die Quality of Services weitgehend verloren gehen. Dazu kommt, daß selbst Native-ATM-Applikationen, nur in einer durchgängigen ATM-to-the-desk-Installation auf einen QoS vertrauen können. ATM bis zum Endgerät findet man jedoch relativ selten und wird aus Preisgründen auch in Zukunft die Ausnahme bleiben.

Bleibt der Versuch, IP-basierte Multimediadaten mittels Ethernet in den Griff zu bekommen. Hier gibt es verschiedene Ansätze wie die Daten-Priorisierung mittels IEEE 802.1p/q oder mittels des TOS-Feldes im IP-Header, die Möglichkeiten mit RTP/RTCP Sequenzfehler, Paketverluste und Paketlaufzeiten überprüfbar zu machen oder mit RSVP Bandbreiten im Netz zu reservieren. Da einige dieser Verfahren nicht vollständig spezifiziert, geschweige denn implementiert sind und es Probleme mit der Abwärtskompatibilität und dem Übergang zu anderen Netztechniken gibt, ist es nicht möglich die QoS-Eigenschaften von ATM zu erreichen.

Aber brauchen wir überhaupt QoS im LAN? Downloads von Videos müssen nicht in Echtzeit erfolgen, VoIP toleriert Verzögerungen bis zu 100 ms und liefert auch bei stark belasteten Netzen noch brauchbare Ergebnisse und Videokonferenzen haben sich noch nicht durchgesetzt. Wenn ständig Überlast-Situationen auftreten, nutzen auch ausgefeilte QoS-Mechanismen nur wenig. Dann muß einfach mehr Bandbreite her, die wir ja mit 1Gbit/s-Ethernet und künftig 10Gbit/s-Ethernet bekommen.

 

Autor

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Dipl. Inform. Klaus Eppele
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Erschienen in Network Computing 19-20/99, Seite 118