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Projekt „Operating 24/7“ erfolgreich abgeschlossen

Hochverfügbares Netzwerk beschleunigt Geschäftsprozesse

Seit März 2003 garantiert der Germanische Lloyd seinen weltweit eingesetzten Mitarbeitern eine 24/7-Verfügbarkeit des zentralen Netzwerks in Hamburg. Geschäftsprozesse können nun schneller abgewickelt werden, was sowohl den Mitarbeitern als auch den Kunden zugute kommt.

von Klaus Eppele

Der Germanische Lloyd (GL) sorgt für die Überwachung und Sicherstellung der Qualität von Schiffen und maritimen Einrichtungen. Weltweit sind hierzu etwa 600 sogenannte „Besichtiger“ im Einsatz, die seit März 2003 jederzeit auf bereits in der Zentrale in Hamburg archivierte Schiffs- und Prozessdaten zugreifen können. „Zu diesem Zeitpunkt konnten wir die erste Phase unseres Projekts „Operating 24/7“ erfolgreich abschließen und unsere neu entwickelte Anwendung TRON (Technical Reporting and Ordering Network) zum Einsatz bringen“, freut sich Hermann Gödecke, Abteilungsleiter IKS Kunden-Service und Endgeräte. „TRON dient zur Unterstützung und Dokumentation von Schiffsbesichtigungen für die Fahrende Flotte. Die Anwendung erleichtert und beschleunigt die Arbeit vor Ort, minimiert die Liegezeit der Schiffe und erfreut unsere Kunden: Denn schließlich verdienen Schiffe nur dann Geld, wenn sie fahren.“

Germanischer Lloyd, Hamburg 

Bild 1. Die Zentrale des Germanischen Lloyd befindet sich in Hamburg direkt an der Elbe.

Das Projekt „Operating 24/7“ wurde Anfang 2002 gestartet. Zu diesem Zeitpunkt betrieb der GL noch ein unstrukturiertes, heterogenes Netzwerk mit nur einer Broadcast Domain, bestehend aus FDDI und Ethernet. Erklärtes Ziel für Hermann Gödecke und seine 14 Mitarbeiter war es, mit der Einführung von TRON eine moderne, stabile und ausfallsichere Netzwerkumgebung mit einer Verfügbarkeit von 99,9 Prozent bereitstellen zu können.

Voll vermaschter Layer 3 Core

Nach der Ausschreibung des Netzwerkprojekts im Sommer 2002 entschieden sich die Netzwerk-Experten des GL Ende September 2002 dafür, den Auftrag an die Firma LAN-Technik aus Hamburg zu vergeben, die ein stimmiges Netzwerkkonzept auf der Basis von Foundry Networks Systemen angeboten hatte. „Nur Foundry und Cisco konnten uns brauchbare Lösungen vorschlagen“, berichtet Hermann Gödecke weiter. „Alle anderen Hersteller sind sehr schnell aus dem Raster gefallen. Zum Schluss hat uns die Kompetenz und das harmonische Netzwerkkonzept von LAN-Technik und die Durchgängigkeit der Foundry Produktpalette überzeugt. Ausschlaggebend war, dass uns Foundry mit den FastIron-Systemen eine durchgängige Produktfamilie anbieten konnte, die wir sowohl im Core- als auch im Edge-Bereich einsetzen konnten. Bei Cisco hätten wir hierfür unterschiedliche Produktlinien kaufen und somit auf die einfache Austauschbarkeit der Module und die einheitliche Bedieneroberfläche verzichten müssen. „Dazu kommt, dass die FastIron-Systeme auf der Basis des neuen JetCore ASICs eine hohe Port-Dichte, Verfügbarkeit, Wartungsfreundlichkeit und Skalierbarkeit bieten und somit Erweiterungen oder der Umstieg auf eine andere Technologie viel leichter und preiswerter zu realisieren sind, als bei der uns vorgeschlagenen Cisco-Lösung,“ ergänzt der Netzwerk-Spezialist aus Hermann Gödeckes Netzwerktruppe Stephan Lewald.

Netzplan Germanischer Lloyd 

Bild 2. Zwei FastIron 1500 und ein FastIron 400 bilden das redundante Core-Netzwerk beim Germanischen Lloyd. Die Anbindung an die einzelnen Abteilungen erfolgt sowohl über die Chassis-basierten FastIron 400/1500-Systeme, als auch über insgesamt 32 FastIron Edge Switches vom Typ FWS4802 und FES4802.

Inzwischen verfügt der GL über einen voll vermaschten Layer 3 Core, bestehend aus einem FastIron 400 und zwei FastIron 1500, die über vier Gigabit-Trunks redundant miteinander verbunden sind. Die Systeme überwachen sich gegenseitig mittels des standardisierten Virtual Redundant Router Protocol Enhanced (VRRP-E). OSPF (Open Shortest Path First) sorgt für dynamsiches Routing, die ausgewogene Lastverteilung auf die verschiedenen Trunks und die rasche Umschaltung der Routen im Fehlerfall. Die Anbindung an die verschiedenen Stockwerke und Abteilungen übernehmen die FastIron 400/1500-Systeme sowie 32 FastIron Edge Switches der Reihen FWS4802 und FES4802. Hier kommen 100BaseFX-Module zum Einsatz, die auf der dritten Generation des JetCore ASIC-Chipsatzes von Foundry basieren und einen Mehrwert, wie Quality of Service (QoS), erweiterte Zugriffslisten, hardwarebasiertes sFlow für die Netzwerküberwachung in Wire-Speed und umfangreiche Funktionen für das Bandbreitenmanagement bieten und je nach Modell Entfernungen bis zu 40 Kilometern überbrücken können.

Die weltweit verteilten Außenstellen sind entweder über Direktverbindungen oder verschlüsselte Wählverbindungen an das zentrale Netzwerk angeschlossen. An den Standorten werden hierzu Cisco-Router eingesetzt, die weltweit vom Provider MCI überwacht und gewartet werden. Das Zusammenspiel der Cisco-Systeme mit den Foundry-Switches in der Zentrale funktioniert einwandfrei, da Foundry auch das Cisco Discovery Protocol (CDP) unterstützt. In den nächsten Monaten sollen die vorhandenen Wählverbindungen von einem DSL-basierten VPN abgelöst werden.

Ellermann, Lewald, Dobert, Gödecke, Trapp (v.l.n.r.) 

Bild 3. Die Macher des Netzwerks: Jens Ellermann, Regional Sales Manager Central Europe bei Foundry Networks, Stephan Lewald, Netzwerk-Spezialist bei GL, Torsten Dobert, Systems Engineer bei Foundry Networks, Hermann Gödecke, Abteilungsleiter IKS Kunden-Service und Endgeräte, Thorsten Trapp, Leiter Professional Services bei der LAN-Technik GmbH (v.l.n.r.)

Zum Management des Netzwerkes nutzt der GL IronView von Foundry und den Traffic Server des HP-Spin-Offs Inmon. Beide Systeme zusammen garantieren eine vollständige Netzüberwachung und Protokollierung bis zum Layer 7 des OSI-Modells. Von Vorteil ist hierbei, dass die Foundry Systeme die auf dem Request for Comment (RFC) 3176 basierende sFlow-Technologie in Wire-Speed unterstützen. Somit liefern die Foundry Komponenten von Haus aus alle Rohdaten, die für weitere Anwendungen, wie Accounting- und Billing-Lösungen, Intrusion Detection Systeme, Kapazitätsplanung und Sicherheitsanalyse genutzt werden können.

Ein Wochenende für die Installation

Nachdem im Februar 2003 die ersten Besichtiger in Hamburg mit der Anwendung TRON vertraut gemacht worden waren, musste alles ganz schnell gehen. An nur einem Wochenende erfolgte die komplette Umstellung auf das neue Netzwerk, das bereits parallel zum bestehenden Netzwerk installiert worden war. „Das war nur möglich, weil die GL- und LAN-Technik-Mitarbeiter alles vorbildlich vorbereitet hatten“, berichtet Torsten Dobert, Systems Engineer bei Foundry Networks. „Alle Systeme waren schon vorkonfiguriert, die IP-Adressen waren eingerichtet und alle nötigen Patch-Kabel lagen bereit und waren entsprechend beschriftet.“

Hermann Gödecke zeigt Foundry FastIron 1500 

Bild 4. Hermann Gödecke demonstriert eines der beiden redundant ausgelegten Foundry FastIron 1500 Systeme.

Nach der Umstellung auf die neue Netzwerkstruktur stellte man fest, dass sich einige der neuen 100BaseFX-Karten auf Signalisierungsebene nicht mit allen Server-Adapterkarten verstanden. „Das Problem war aber schnell behoben“, erklärt Hermann Gödecke. „LAN-Technik hat uns sofort kostenlose Ersatzsysteme bereitgestellt und Herr Dobert, der sowieso gerade zum Foundry-Headquarter nach San Jose musste, hat die kurzen Wege bei Foundry genutzt und von sich von einem Kollegen aus der Entwicklung umgehend einen geeigneten Patch erstellen lassen.“ Im gleichen Atemzug ergänzt Hermann Gödecke, dass er sich sowieso bei LAN-Technik und Foundry Networks in sehr guten Händen sieht: „Wenn wir etwas benötigen, bekommen wir stets schnelle und fundierte Hilfe. Gefreut hat uns auch, dass uns sogar Ken Cheng, der Vize-President von Foundry Networks, besucht hat, um sich persönlich von der Funktion des Netzwerks und unserer Zufriedenheit zu überzeugen.“

Stephan Lewald vor einem Foundry FastIron 1500 

Bild 5. Stephan Lewald , Netzwerk-Spezialist bei GL, freut sich über die neuen, leicht konfigurierbaren Router-/Switches von Foundry Networks.

Die weiteren Schritte

Als nächstes möchten die Netzwerk-Spezialisten vom Germanischen Lloyd dafür sorgen, dass auch die Anbindungen der Edge-Systeme redundant ausgelegt werden. Dies wird aber erst geschehen, wenn die derzeitigen Um- und Erweiterungsbauten an den GL-Firmengebäuden beendet sind und die Büroflächen um zwei Drittel erweitert wurden. Dann sollen auch die Layer 3 Multiprotocol-Services der Foundry Edge Systeme aktiviert werden, die heute nur mit statischen Routen und anwenderselektierbaren Layer 2 Switching-Funktionen betrieben werden. „Auch diese Umstellung wird schnell und problemlos über die Bühne gehen“, ist sich Hermann Gödecke sicher. „Denn zum Glück sind die Foundry Systeme bereits Layer 3 ready, so dass zur Aktivierung des uneingeschränkt mehrprotokollfähigen Layer 3 Routings nur die Eingabe eines Freischaltcodes nötig ist. Unsere Anwender werden von der Umstellung gar nichts bemerken, außer vielleicht, dass das Netzwerk danach noch performanter läuft.“

Foundry Networks FastIron 400

Bild 6: Einer der installierten Core-Router in Aktion.

In Diskussion ist auch ein 10 Gigabit-Ethernet-Trunk. „Foundrys 10 Gig-Module sind inzwischen so preiswert geworden, dass sich die Ablösung der vier Gigabit-Trunks gegen einen 10 Gigabit-Trunk durchaus rechnet“, erklärt Jens Ellermann von Foundry Networks. „Die installierten Geräte sind entsprechend vorbereitet, so dass einfach die Module getauscht werden müssten. Der Vorteil wäre, dass der GL dann eine echte Fatpipe hätte und das Overhead-behaftete Loadbalancing über die vorhandenen vier Verbindungen entfallen könnte.“

Gödecke, Dobert, Trapp (v.r.n.l.) 

Bild 7. Hermann Gödecke, Torsten Dobert und Thorsten Trapp besprechen die weiteren Schritte. (v.r.n.l.)

Der Germanische Lloyd ist mit der installierten Netzwerk-Lösung rundum zufrieden. „Die Investitionskosten von etwa einer Million Euro haben sich wirklich gelohnt“, versichert Hermann Gödecke. „Egal welche Komponente ausfällt, unser Netzwerk läuft weiter und garantiert den Erfolg unseres Projektes „Operating 24/7“. Wie sollte es auch anders sein, wenn zwei so erfolgreiche Unternehmen wie Foundry Networks und Germanischer Lloyd kooperieren?“

Foundry FastIron 1500 

Bild 8. Zwei FastIron 1500 und ein FastIron 400 bilden das redundante Core-Netzwerk des GL. Die einzigartige JetCore-Architektur der FastIron Switch-/Router-Systeme sorgt für Flexibilität, Verfügbarkeit, Skalierbarkeit, Kontrolle und Funktionalität. Mit der hohen Port-Dichte von bis zu 672 10/100-Ports, 232 Gigabit-Ethernet-Ports oder 28 10-Gigabit-Ethernet-Ports in einem modularen System, das lediglich 17 Höheneinheiten beansprucht, ist dieses System optimal geeignet als zentraler Core-Router für hochverfügbare Backbone-Netzwerke. Die maximale Switching-Kapazität beträgt 480 Gbit/s. Das System unterstützt neben allen gängigen Routing-Protokollen auch IGMP, ICMP, VRRP(-E), MPLS, BGP-4, VLAN-Tagging und vieles mehr.

Logo Germanischer LloydDer Germanische Lloyd (GL) wurde nach dem bereits in anderen Ländern bestehenden Vorbild als deutsche Überwachungsorganisation für den Bau und die sicherheitstechnische Ausrüstung von Schiffen 1867 in Hamburg auf genossenschaftlicher Basis gegründet und 1889 in eine Aktiengesellschaft mit gemeinnützigem Charakter umgewandelt. Heute ist die Gesellschaft eine international anerkannte und weltweit tätige neutrale Technische Sachverständigenorganisation. Aufgabe der Gesellschaft ist die Besichtigung und Zertifizierung der Sicherheit und Qualität von See- und Binnenschiffen, Seebauwerken und anderen industriellen Einrichtungen wie auch von Qualitäts-Managementsystemen in Verbindung mit der internationalen ISO 9000 Serie, ISM sowie ISMA und anderer Systeme. GL beschäftigt derzeit an 220 Standorten in 86 Ländern etwa 1.900 hochqualifizierte Mitarbeiter. Weitere Informationen siehe: www.gl-group.com.

Logo LAN-TechnikDie LAN-Technik GmbH, Hamburg, konzipiert und realisiert anwenderspezifische Systemlösungen für Unternehmen mittlerer bis großer Ausdehnung. Das Produktspektrum erstreckt sich von Entry Level- über Workgroup- bis zu Backbone-Switches für Layer 2 und 3 sowie 4 bis 7 mit Load Balancing Funktionen. Es enthält WAN-Router, Carrier Class Switches sowie LWL-Multiplexer, Netzsicherheitsprodukte, Management-systeme und auch Produkte für industrielle Vernetzung und Automatisierung. Weiter beinhaltet es Sternkoppler und Spezialprodukte für IBM 5250, 3270 und Token Ring, ebenso wie Produkte zur Connectivity (u.a. Media Konverter), aktive Komponenten für den Kabelkanaleinbau und USV-Anlagen. Weiter Informationen siehe www.lan-technik.de.

Logo Foundry NetworksFoundry Networks, Inc. (NASDAQ: FDRY) ist Anbieter von hochleistungsfähigen Switching-Lösungen für Firmen und Service Provider sowie von Routing- und Web Traffic Management-Lösungen. Zum Angebot des Unternehmens gehören Layer 2/3 LAN-Switches, Layer 3 Backbone Switches, Layer 4-7 Web Switches sowie Metro Router. Zu den mehr als 4000 Kunden von Foundry zählen viele der weltweit wichtigsten ISPs, Portale, Suchmaschinen, E-Commerce-Sites und Universitäten sowie Unternehmen der Unterhaltungsbranche und der Pharmaindustrie, staatliche Einrichtungen, Finanz-Institutionen und Produktionsunternehmen. Unter anderem gehören zu diesen Kunden die Deutsche Post AG, Tiscali Deutschland, der Schweizer Wetterdienst, Vodafone/Vizzavi, AOL, AT&T WorldNet, MSN, Cable & Wireless, Yahoo!, die NASA, PriceWaterhouseCoopers und The British Library. Foundry Networks mit Sitz in San Jose Kalifornien/USA hat weltweit 48 Vertriebsbüros; europäische Vertretungen befinden sich unter anderem in England, Frankreich, Deutschland, Italien und Benelux. Hinzu kommen Niederlassungen im Nahen Osten, in Afrika und in Asien. Weitere Informationen siehe www.foundrynet.com.

Autor

Der Autor Dipl. Inform. Klaus Eppele ist Inhaber der Firma improve marketing-training-consulting, Karlsruhe, www.improve-mtc.de.

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Erschienen in ntz 11/03, Seiten 22 - 24.