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Hohe Bandbreiten für Internet-Power-User

Schnell mit xDSL

Private und kommerzielle Anwender wünschen sich einen breitbandigen Netzwerkzugang zum Internet. Mit xDSL lässt sich dieser Wunsch kurzfristig über vorhandene Telefonleitungen zu bezahlbaren Preisen erfüllen.

Von Klaus Eppele

In den letzten Jahren galt ISDN (Integrated Services Digital Network) als das Non-Plus-Ultra für den performanten Internet Zugang. Das ist heute nicht mehr so. Denn immer größere Dateien und neue Anwendungen im kommerziellen sowie im privaten Bereich schreien nach höheren Bandbreiten und nach kürzen Download-Zeiten. Die alternativen Digital Subscriber Line (xDSL) Technologien vervielfachen die Kapazität bestehender Kupferleitungen. Das „x“ zeigt an, dass es verschiedene DSL-Verfahren gibt, die sich durch die möglichen Datendurchsatzraten und Streckenlimitierungen unterscheiden.

Das bekannteste und meistgenutzte DSL-Derivat ist derzeit die Asynchronous Digital Subscriber Line (ADSL). ADSL bietet zum Teilnehmer (Downstream) eine Bandbreite von bis zu 8 MBit/s an. In der Gegenrichtung (Upstream) werden bis zu 1,5 MBit/s unterstützt. Die Telekom (www.telekom.de) hat das ADSL-Verfahren unter der Bezeichnung T-DSL auf dem Massenmarkt bekannt gemacht, aber die technisch möglichen Durchsatzraten eingeschränkt. T-DSL-Privatanwender dürfen Informationen mit 768 KBit/s, also mit der 12-fachen Bandbreite eines ISDN-Kanals, aus dem Internet ziehen. In Richtung Internet sind bei T-DSL nur 128 KBit/s erlaubt. Das entspricht gerade der Übertragungsrate der zwei B-Kanäle eines ISDN-Basisanschlusses. Die Kosten für T-DSL sind vertretbar. Wer bereits ISDN-Kunde ist, muss, abhängig vom bestehenden Anschluss, maximal 19,90 DM je Monat aufzahlen, um in den Genuss von T-DSL zu kommen. Für weitere 29,00 DM je Monat gibt’s dann die Flatrate, die es dem Anwender erlaubt, das Internet ohne zusätzliche Einwahl- oder Telefongebühren zu jeder Tag- und Nachtzeit zu nutzen. Geschäftskunden können, selbstverständlich zu einem höheren Preis, auch höhere Bandbreiten bekommen.

 

ADSL

SDSL

VDSL

HDSL

Verfahren

asymmetrisch

symmetrisch

einstellbar

symmetrisch

Max. Downstream

8 MBit/s

2,32 MBit/s

Summen-Bitrate bis 60 MBit/s

2 MBit/s

Max. Upstream

1,5 MBit/s

2,32 MBit/s

2 MBit/s

Entfernungen

2 km bei max. Datenrate

maximal 6 km

bis 5 km (ohne Repeater)

300 m bis 1,5 km

Die wichtigsten xDSL-Varianten im Überblick

Alles über eine Leitung

Die xDSL-Varianten haben den großen Vorteil, dass sie auf der flächendeckend vorhandenen Kupferverkabelung des Telefonnetzes eingesetzt werden können. Der traditionelle analoge Telefonverkehr benötigt für die Übertragung der Sprache lediglich den Frequenzbereich bis 4 Kiloherz; ISDN benötigt 120 kHz. Die meisten der vorhandenen verdrillten Kupfer-Doppeladern vertragen aber weit höhere Frequenzen zur Übertragung weiterer Informationen. DSL-Modems sorgen durch aufwendige Codierverfahren dafür, dass neben den reservierten Frequenzspektren für POTS (Plain Old Telefon Service = der analoge Telefonverkehr) und ISDN weitere Kanäle genutzt werden können (siehe Bild 1). Weil aber nicht alle verlegten Kupferkabel diese hohen Anforderungen erfüllen, kann der xDSL-Dienst nicht jedem Telefonteilnehmer garantiert werden. Schlecht verlegte oder altersschwache Kabel, Dämpfungen, Störsignale, Nebensprechen bei eng aneinander verlegten Kabeln und Inhomogenitäten können dazu führen, dass einzelne Anschlüsse nicht für xDSL genutzt werden können. In Deutschland besitzt die Teilnehmeranschlussleitung (TAL) jedoch eine sehr hohe Qualität, so dass mit einer Ausbeute von bis zu 80 Prozent gerechnet werden kann. Probleme kann es auch in ländlichen Gebieten geben, wenn die Entfernung zwischen Teilnehmer und Ortsvermittlung zu groß ist. Da die Kupferleitungen die hohen Frequenzen über die ganze Strecke hinweg gewährleisten müssen, sind bandbreitebeschränkende Geräte, wie POTS-Signal-Verstärker, aus der Verbindung zu entfernen. Denn diese Systeme verstärken nur den Frequenzbereich der Sprachübertragung, unterdrücken aber die xDSL-Frequenzen.

Frequenzspektrum 

Bild 1: DSL-Modems öffnen durch aufwendige Codierverfahren auf bestehenden Telefonleitungen neben den reservierten Frequenzspektren für POTS und ISDN weitere Übertragungskanäle für die verschiedenen xDSL-Varianten.

Um ADSL über den bestehenden Telefonanschluß zu nutzen, muss man an beiden Enden einer Verbindung einen sogenannten Splitter installieren. Die Splitter sind Filtereinheiten, die es ermöglichen, dass sowohl die Sprachfrequenzen für den normalen Telefonverkehr, als auch die höheren Frequenzen der DSL-Verbindung, über eine Kupferleitung übertragen und am Zielpunkt wieder getrennt werden können. Einige DSL-Varianten, wie z.B. ADSL-Lite, benötigen keinen Splitter auf der Teilnehmerseite. Hier sorgen Mikrofilter dafür, dass keine Störsignale von den Telefongeräten auf die Daten einwirken. Dies geht jedoch auf Kosten der zur Verfügung stehenden Bandbreite.

Einsatz Splitter 

Bild 2: Ein Splitter sorgt dafür, dass Telefonverkehr und DSL-Daten-Verkehr über eine Kupferleitung übertragen werden können. Die weniger leistungsfähige DSL-Variante ADSL-Lite benötigt keinen Splitter auf der Teilnehmerseite.

Symmetrie mit SDSL

Im Geschäftskundenbereich fasst derzeit eine weitere DSL-Variante Fuß: SDSL, die Symmetric Digital Subscriber Line Technologie. Seit einigen Monaten vermarktet die QSC Communications AG (www.qsc.de) SDSL-Technologie unter dem Namen „Speedway-DSL“ über lokale Internet Service Provider (ISPs). SDSL bietet Übertragungsraten von bis zu 2,3 MBit/s in beide Richtungen. Die mögliche Entfernung beträgt 3300 Meter, wobei sich die Distanzen bei geringeren Transferraten erhöhen. Im Gegensatz zur ebenfalls symmetrischen HDSL-Technologie (High Data Rate DSL) kann SDSL ebenso wie ADSL über normale Telefonleitungen senden und empfangen. Bei SDSL ist kein Splitter erforderlich, da die Technologie die Sprachdaten als Bestandteil des DSL-Datenstroms versendet. SDSL-Technologie ist bis zu 35 mal schneller als ein 64 kBit/s ISDN-Kanal. Große Dateien, für die man bisher beispielsweise eine halbe Stunde benötigte, um sie über ISDN zu laden, können nun mit SDSL in weniger als 60 Sekunden verfügbar gemacht werden. Dieser enorme Leistungszuwachs kostet allerdings auch seinen Preis. Beispielsweise beträgt die Basisbereitstellungsgebühr für einen Speedway-DSL-Anschluß mit symmetrischen 2,3 MBit/s beim Karlsruher ISP CCOM-INET Netz- und Mediendienste GmbH (www.ccom-inet.de) monatlich 860 DM. SDSL-144 mit einer symmetrischen Durchsatzrate von 144 MBit/s bietet CCOM-INET bereits für 190 DM pro Monat an.

Für den europäischen xDSL-Markt wird für die nächsten Jahre eine Umsatzexplosion prophezeit. Im Jahr 1999 noch mit 57,8 Millionen Dollar beziffert, sollen die xDSL-Umsätze bis 2006 auf 2,13 Milliarden Dollar anwachsen. Als Hauptmotivatoren werden der wachsende Bandbreitenbedarf und der zunehmende Kostendruck gesehen. Während ADSL die Privathaushalte und die kleinen Büros (SOHO = Small Office, Home Office) erobern wird, wird sich SDSL gezielt auf Geschäftsanwendungen fokusieren. Das schnellste xDSL-Übertragungsverfahren heißt VDSL (Very High Data Rate DSL). VDSL bietet eine Summen-Bitrate von bis zu 60 MBit/s, die heute typischerweise in einen Upstream von 52 MBit/s und einen Downstream von 2,3 MBit/s aufgeteilt wird.

 

Autor:

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Dipl. Inform. Klaus Eppele
Heinrich-Weitz-Str. 31
76228 Karlsruhe
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Erschienen in Computern im Handwerk 04/01, Seiten 18 - 20